Historie Taferner

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Die Firma Taferner Maschinenbau greift auf eine fast 120jährige Tradition zurück.

Die Fa. Georg Haimerl Maschinenbau und Reparaturwerkstätte wurde 1896 in Salzburg Riedenburg gegründet und war auf die Anfertigung von Maschinenbauteilen für Dampfmaschinen, Wasserkraftmaschinen (Turbinen) spezialisiert.

Als Visionär und Erfinder sollte er auch in seiner Laufbahn sehr bekannt werden. 1908 erhielt Georg Haimerl bei der Kaiser-Jubiläums-Gewerbeausstellung eine Goldmedaille für eine neu konstruierte Holzhackmaschine. Darauf erfolgten Erfindungen der Holzbündelpresse oder der Brennholzsäge mit Dieselantrieb. Zu dieser Zeit waren diese Konstruktionen sehr gefragte Kleinmaschinen.

Bereits 1903 baute Haimerl in der Gstättengasse am Städtischen Arm des Almkanals anstelle eines Wasserrades eine Turbine zur Stromerzeugung für die Krismermühle ein. Von da an begann die Zeit des Turbinenbaus und Wartung bei Haimerl. Diese Tradition besteht noch bis heute in der Wartung von Kleinkraftwerke.

Ebenso war es früher Gang und Gäbe das eine Maschinenbaufirma auch eine Automobilwerkstätte betrieb. Dies berichtete schon das Salzburger Volksblatt 1910. Weiters berichtete das Volksblatt, dass bei Haimerl mondernste Maschinen stehen.

Zu Hr. Haimerls schönste Stücke gehörte sicherlich auch sein damaliges Firmenauto ein mit stolzen 22 PS starker Phaeton-Wagen der Firma Gräf & Stift. Diese fuhren zu dieser Zeit fast ausschließlich Adelige. Also wie kam Hr. Haimerl zu so einem Auto. Laut Erzählungen kam es 1911 zu einem Unfall in der Kurve Maxglaner- Hauptstraße, dass das Auto sehr in Mitleidenschaft zog. Nach einem Aufstand musste Hr. Haimerl das Auto abkaufen und restaurierte es in seiner Werkstatt. Auch diese Traditon geht noch bis heute, den Taferner Maschinenbau fertigt Orginale Bauteile für Oldtimer (siehe Reperaturen und Wartungen) per Hand und auf alte Maschinenbaukunst.

Nach dem Tod 1929 übernahm sein Sohn Ing. Georg Haimerl jr., ebenfalls „Obermeister“ Innungsmeister der Schlosser.

Einer der ersten Lehrlinge war 1917 Oskar Schmidt, der 1928 seine eigene Autowerkstatt gründete, und jetzt noch bekannt ist unter Ford-Schmid.

Leider kam 1939 der zweite Weltkrieg und man musste sich anpassen und bekam Aufträge die zu erfüllen waren.

So wartete und konstruierte man Maschinen für Bäckereien, Mühlen, Sägewerke und während des Krieges mussten auch verschiedene Teile gefertigt werden. Bremswellenlager für die Dampflok oder Anschlußflansche für Panzermotoren.

Nach dem Krieg kam die Zeit der Erneuerung und des Wiederaufbaus. Von Revisonen der Drehbühne im Landestheater, über Instandsetzungen der Dampfwalzen der Straßenmeisterei Salzburg (unter anderem für den Tauernpass verwendet), Einzelteilproduktion für die Halleiner Motorenwerke HMW waren mitunter nur einige der überlieferten Aufträge. Es war auch wieder die Zeit der Entwicklung und des Erfindertuns der Fam. Haimerl. Weiterentwicklungen und vollmaschinelle Produktion waren an der Tagesordnung. Auch hier konnten sich wiederum in allen Bereichen die Fa. Haimerl durchsetzen. Vollautomatisierung in der Strumpfproduktion, sowie Wrigley- Kaugummi Produktionsmaschinen.

Natürlich darf die Wartungen für die Stromversorgungen in Wasserkraftwerken (siehe Bild 12,13) nicht fehlen, sowie die Instandsetzungen der Bäckereimaschinen. So ist es gekommen das man die Wartungen der Maschinen der legendären „Wiener Bäckerei“ in der Getreidegasse bis zu dem Ende im Jahre 1999 bewerkstelligte.

Die Lehrlingsausbildung war stets bei Haimerl ein großer Punkt. Zwar sagte man Hr. Ing Haimerl nach ein sehr strenger Lehrmeister gewesen zu sein, doch haben sich die Bemühungen des Meisters gelohnt. Etliche Lehrlinge waren Mitarbeiter bis zu Pension und viele wurden zu gesuchten und gefragten Facharbeiter, oder machten sich selbständig.

1974 wude die „G.Haimerl GmbH“ durch Ing. Georg Haimerl, Ing. Josef Haimerl und die beiden Maschinenschlossermeister Heinz Klackl und Martin Wörndl gegründet.

2001 übernahm der Exlehrling und Maschinenschlossermeister Konrad Taferner die Firma als „Maschinbau Taferner vorm. Haimerl GmbH“. Hr. Taferner hat den Grad geschaffen die „alte“ Kunst mit neuen innovativen Touch zu versehen. Ihm gelang zum Beispiel mit seinen Mitarbeiter das Meisterstück die Neuanfertigung einer Kurbelwelle und neuen Lagern für einen besonderen Oldtimer, einen Benz Viktoria VOB Patent Motorwagen Baujahr 1894.

Auch ein Glanzstück war der Ab- und Wiederaufbau der Mayr-Melnhofschen Turbinenanlage aus dem Jahr 1912 von Fürstenbrunn in das Freilichtmuseum nach Großgmain, 2009.

Die Firma Taferner übersiedelte 2013 nach Siezenheim, um mehr Räumlichkeiten zu schaffen um Maschinen mit neuester Technologie und Maschinen der alten Generation zu vereinen. Somit bleibt das alte Handwerk gewahrt aber auch die Marktfähigkeit erhalten.

Hr. Konrad Taferner ist nach wie vor bemüht sein Wissen das er von der Pike auf von den alten Meistern ihrer Kunst erlernt hat, an seine Mitarbeiter weiterzugeben sodaß diese gewahrt bleibt.

Ein weiterer Punkt dafür ist, dass Spezialanfertigungen nur mit den „alten“ Wissen zu gewährleisten ist.

Im Nachsatz:

Die mehr als 120 Jahre alte und übermannsgroße Drehbank, welche Georg Haimerl bei der Gründung der Firma 1896 als gebrauchte Maschine kaufte, wird demnächst von der Riedenburg in das Deutsche Museum nach München übersiedeln.

Ursprung: Salzburger Museum (Das Kunsthandwerk des Monats 06-2014)